Trading Desk

Wie lange haben wir darauf gewartet. Statistische Preissteigerungen waren seit vielen Jahren nicht nachweisbar.

01/12/2021, by Martin Raab

Im Gegenteil, sogar Deflation machte sich breit. Nun aber unübersehbare Paukenschläge: In Deutschland gipfelt die Inflation bei aktuell 5.2%, ein 29-Jahres-Hoch. In Spanien springen die Lebensmittelpreise auf +5.6% im Jahresvergleich – ein 30-Jahres-Hoch.

In den USA explodiert der Consumer Price Index for All Urban Consumers um +6.2% YoY. Die Teuerung ist jetzt nicht mehr zu kaschieren. Das hat diverse Aspekte: Energie und Food sind die wesentlichen Preistreiber. Unternehmen und Unternehmer haben nun erstklassige Argumente, die Preise über alle Branchen ohne Scheu zu erhöhen. Schuld ist ja die Inflation.

Das könnte den Earnings helfen und damit den Geschäftszahlen – sofern man reale Preissteigerungen auch an den vielbesagten «Endkunden» weitergeben kann. Klar ist auch, dass fossile Energie durch vielfältige Faktoren kurz- und mittelfristig nicht mehr spottbillig sein wird. Der gebildete Investor glaubt nun (mit Uni-Wissen von vor 20 Jahren), dass aufgrund der Inflationszahlen Druck auf die totgeglaubten Leitzinsen kommt. Wait a minute! Die 10-jährigen US-Renditen fallen jüngst wieder auf 1.43%, die 30-jährigen schmelzen erneut auf 1.80%.

Das heisst im Klartext: Der Markt geht fest davon aus, dass diese Inflationszahlen lediglich vorübergehend sind. Und was sind die Prognosen für uns im Schweizer Franken? Im vergangenen Monat lag die Jahresteuerung bei dürren +1.2% und die 30-jährigen Zinsen, am SARON gemessen, kosten den Kreditnehmer 0.06% p.a., also nichts. Das Signal für Anleger: Aktieninvestments mit attraktiven Dividenden und moderaten Kurssteigerungen bieten jedes Jahr mit hoher Wahrscheinlichkeit mehr als +6.2% und absorbieren damit Ängste vor Inflationszahlen. Man muss es nur machen – statt nur zu wollen. Das Jahresende ist ideal, um im Portfolio «umzusortieren».

30/11/2021
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